Newsletter FPA 01/2014

40 Jahre FPA - Die Sehnsucht nach dem Menschen wecken



Einsichten anstatt Gewohnheit

Liebe Leserinnen, liebe Leser
Was haben wir erreicht? Nach 40 Jahren Engagement für eine Sache liegt diese Frage gewiss nahe. Nur: Macht sie so gestellt für unseren Fall überhaupt Sinn? Ich betone der Deutlichkeit halber noch einmal: Was haben wir erreicht?

Eine schlüssige Antwort auf diese Frage zu geben, ist mir nicht möglich, setzt doch der FPA eigentlich immer da an, wo alles, was Wert und Wirkung haben soll, anfangen muss: bei Dir, bei mir, bei uns selbst. Seit 40 Jahren streben wir Veränderung an. Nicht im Äusserlichen. Aber im Innerlichen, denn das allein macht Sinn. Konkret heisst das: Was immer wir anbieten, möge dazu dienen, die persönliche Entwicklung des Einzelnen anzustossen. Dies in der Überzeugung, dass wir uns als einzelne Menschen immer wieder auf den Weg machen müssen, auf den Weg hin zum Menschen. Denn Mensch ist man nicht. Mensch wird man.

Mit dieser Idee lässt sich gut, spricht sinn- und kraftvoll leben. Sie birgt in sich eine fast ungeheuerliche Kraft. Diese Einsicht müsste uns – einem Sonnenaufgang gleich – immer mal wieder am inneren „Bewusstseinshimmel“ aufgehen und uns – Tag für Tag - mit der nötigen Kraft (Lebenskraft) versorgen. Genau an diesem Punkt will der FPA ansetzen. Ganz konkret: Bei Dir, liebe Leserin, lieber Leser. Denn Du allein trägst Verantwortung für alles, was Du tust oder aber eben unterlässt.

In der Tat geht es heute, wenn wir im guten Sinne (innerlich) überleben wollen, ums Erwachen und wenn der FPA mit allem, was er unternimmt, da oder dort aufzuwecken vermag, entspricht das genau dem, was wir eigentlich schon immer wollten. Ich rede hier – in Anbetracht der omnipräsenten Einladung zum medialen „Wegdämmern“ - von einem heilsamen und beglückenden Aufwachen, das man, einmal auf den Geschmack gekommen, nicht so schnell wieder herzugeben bereit ist. Wenn das Erwachen allerdings zum Kraftakt verkommt, ist es noch nicht das, wovon ich hier rede. Im Aufwachen, wie ich es meine, liegt ein gewaltiges Glückspotential. Der FPA als Anleitung zum Glücklich-sein. Tönt das nicht gut?

Nein: Es ist gut. Auch wenn wir in unserem Bestreben an das Wohlergehen der Kinder denken, haben wir uns genau so ernst auch um unser eigenes Glück zu kümmern. Und jetzt kommt der springende Punkt: Die Verantwortung für das eigene Glück (und Unglück) trägt ein jeder selbst. Stellt sich nur noch die Frage: Woher holen wir die Kraft, wahr zu nehmen, was ist und es auch noch in unserem Leben umzusetzen?

Die Antwort, glaube ich, ist einfach. Wer sich unablässig die Frage nach dem Sinn stellt, gewinnt Kraft. Nicht auf das Antwort-finden kommt es in erster Linie an. Die Frage selbst ist der Kraftquell.
Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Im Zwischenmenschlichen gibt es eigentlich nur die eine Frage, die immer weiter hilft und sie heisst  schlicht und einfach: Wer bist Du? Und wer es versteht, sich vorschnellen Antworten zu verschliessen, ist schon gerettet. Wer auf die Frage „Wer bist Du?“ Antwort finden will, kommt nicht darum herum, mit dem Andern ein Stück Weg zu gehen. Es ist dies allerdings ein Weg ins Offene. Denn nur das Offene erhält am Leben.

Und darum muss es doch immer in erster Linie gehen: Dass wir am Leben bleiben, ihm nahe bleiben, ihm immerzu näher kommen. Hand in Hand mit den Kindern.  Das ist doch schon fast alles. Was dies wiederum für den Schul- und Erziehungsalltag bedeutet ist facettenreich. Ein jede FPA-Veranstaltung möge dazu einen Mosaikstein liefern.

Der FPA möchte keine Hochschule sein, lieber eine Tiefschule, die uns immer wieder zu den Wurzeln führt, zum Eigenen, tief in jedem von uns Verborgenen.

Was wir dahingehend in den letzten 40 Jahren erreicht haben, möge ein jeder von Euch, liebe Leserin, lieber Leser für sich selbst beantworten. Was wir erreicht haben interessiert in diesem Zusammenhang kaum, es hat auch kein Gewicht. Dass wir in Euch etwas bewegt haben, das allein legitimiert unser Bemühen, unabhängig von der Frage, was es genau war. Unser ganzer Respekt gilt deshalb Euch, die Ihr Euch habt bewegen lassen. Und dafür danken wir Euch auch.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir von der bereiteren Öffentlichkeit kaum wahrgenommen werden. Und? Die „breite Öffentlichkeit“ ist nicht auf Veränderung aus, eher auf Stagnation. Wichtige Entscheidungen stehen an. Es liegt uns fern, sie vorweg zu nehmen. Wenn es uns immer mal wieder gelingt, in Euch wesentliche, spricht weiterführende Fragen zu wecken und gar auf eine mögliche Antwort einzustimmen, ist das schon viel.

In diesem Sinne bin ich voller Zuversicht und lebe im Vertrauen darauf, dass es uns alle – fürs Ganze – braucht.

Ganz herzlich
Daniel Wirz

Veranstaltungen

Bei folgenden Veranstaltungen gibt es noch freie Plätze:

Kämpfen - aber fair
Leitung: Werner Lussi
Samstag 1. März in Zürich
mehr Infos/Anmeldung

Gelingendes Lernen, gelingendes Leben
Was kann ich als Lehrer/Lehrerin und unsere Schule dazu beitragen?
Leitung: Otto Herz
Samstag 8. März in Zürich
mehr Infos/Anmeldung?
Interview mit Otto Herz lesen?

Aktiv sehen lernen
Sinnesentwicklung und Sinnespflege durch Formenzeichnen
Leitung: Peter Büchi
Mittwoch 5.,12. und 19. März, 18-20h in Zürich
mehr Infos/Anmeldung

Das INPP-sensomotorische Förderprogramm
Die körperlichen Grundlagen  für Lesen, Schreiben und Rechnen verbessern.
Leitung: Bernhard Prechter
Samstag 15. März in Zürich
mehr Infos/Anmeldung

Bildung durch Begegnung
Ein Besuch an der Rudolf Steiner-Schule Berner Oberland
Leitung: Martin Carle
Samstag 22. März in Steffisburg (BE)$
mehr Infos/Anmeldung

Verstehen - Sinn finden - Kraft schöpfen
Der Gang durchs Jahr als Schulungsweg
Leitung: Daniel Wirz
Samstag 22. März in Zürich
mehr Infos/Anmeldung

Jubiläumsveranstaltung: 40 Jahre FPA !

Ich trau Dir
Kinder mit Vertrauen und Autorität ins Leben führen
Leitung: Henning Köhler
Samstag 5. April in Zürich
mehr Infos/Anmeldung

Jedes Kind kann schlafen
Einschlafen - durchschlafen - aufwachen
Leitung: Barbara Brunnenkant
Samstag 12. April in Zürich
mehr Infos/Anmeldung

Veranstaltungen anderer Anbieter

für Kurzentschlossene:
Nichts ist egal - oder: Die Kultivierung der Bildung
Kongress 14.- 16. Februar 2014, in den Münchner Kammerspielen
Liebe Freunde des Archiv der Zukunft Netzwerks,
wir beginnen das Jahr mit einem Kongress in den und mit den Münchner Kammerspielen.
Das Programm findet Ihr hier

Noch bis am 28.2.:
LERNEN ÜBER LEBEN – Sonderausstellung im Nordamerika-Native-Museum Zürich
Lernen ohne Schule? Was für uns heute undenkbar erscheint, war für Indianer und Inuit einst Alltag. Wie aber lernten Kinder ohne Schule und ohne Schrift? Gab es Sport und Spiele, wenn man ums Überleben kämpfen musste? Stimmt es, dass indianische Kinder nicht bestraft wurden? Diesen und vielen anderen spannenden Fragen widmen wir uns in der Ausstellung «Lernen überLeben».
mehr Infos
Bericht lesen zur Ausstellung, NZZ 30.12.2013

Vorträge anlässlich „20 Jahre Verband Rhythmische Massage Schweiz“:
Zürich: Christian Schopper
Dienstag, 18. Februar 2014, 20 Uhr, Zentrum Karl der Grosse, Kirchgasse 14.
Bern: Freitag, 14. Februar 2014, 20 Uhr, Hartwig Volbehr, Institut für Medienbildung, Helvetiaplatz 2
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„Diagnose ADHS“ - Selbststeuerung entwickeln, Selbstwirksamkeit erleben
Vortrag mit Dipl. Päd. Bernhard Prechter, Mittwoch, 26.03. 2014 19.00, Kinderhaus Thalwil - LindenhausWarum kann sich mein Kind in der Schule nicht konzentrieren?Wie kann es Aufmerksamkeit entwickeln?Wie kann es lernen, seine Initiativen wahrzunehmen undzu strukturieren?Wie kann es lernen eine angemessene innere Struktur zu entwickeln?
Mehr Infos

Kindheit und Jugend im Schweizer Film- Generationen im Wandel
Mittwoch, 26. März 2014, 18.00 Uhr bis Mittwoch, 9. April 2014, 21.00 Uhr, Paulus-Akademie Zürich
Regelmässig lassen Schweizer Filmschaffende in ihren Werken Kinder und Jugendliche auftreten. Und mit Filmen wie «Heidi» (1952) oder «Der Verdingbub» (2011) erreichten sie damit auch ein grosses Publikum. Bis weit über die Mitte des 20. Jahrhunderts hinaus verkörperten die jungen Protagonisten allerdings kaum je Kindheit, sondern die Vorstellungen der Erwachsenen puncto Wohlerzogenheit. Im Gefolge von 1968 dienten sie dann als Kronzeugen gegen repressive Schulen und Heime. Und in jüngster Zeit scheinen sie sich gänzlich losgelöst von der Erwachsenenwelt zu bewegen.
Die Kursteilnehmenden diskutieren die gesellschaftlichen Veränderungen in Familie, Schule und Freizeit anhand von repräsentativen Filmausschnitten auf Video.
Mehr Infos/Anmeldung

Einführung in die «Handlungs - und entwicklungsorientierte Sprachtherapie» mit Maya Eichholzer
 4. April 2014,  15.00 - 19.30 Uhr, Hotel Dom St. Gallen
Mehr Infos/Anmeldung

Veranstaltungen im Rudolf Steiner Kindergarten Rheinfelden:
9. April, 19h30-21h: „Der liebevolle Blick" - Neue Sichtweisen auf biographische Zusammenhänge
Referat-und Austauschabend mit A.M. Jacobs
6. Mai, 20h-22h: «Was bringen die heutigen Kinder mit? Die inneren Motive als Möglichkeiten für die Zukunft“
Referat und Gesprächsaustausch mit Birgit Krohmer
Mehr Infos/Jahresprogramm

die dritte [aha:] 25. & 26. April 2014 – Thema “Lernräume” Goethegymnasium, Wien
Die [aha:] 2014 nimmt immer mehr Gestalt an. Das Thema „Lernräume“ in all seiner inspirierenden Vielfalt wird diesmal der rote Faden durch die 2 Tage sein.
Mehr Infos/Anmeldung

2 Veranstaltungshinweise im Bereich Schulraumentwicklung:

Architectours: Für die Hamburg/Bremen-Exkursion 'Stadtentwicklung mit Bildungsperspektiven' vom 14.-17. Mai 2014 hat es noch drei freie Plätze.
Mehr Infos/Anmeldung

Netzwerk Bildung & Architektur:
Exkursion Lausanne - "Stadt- und Schulentwicklung", 4. April.
Mehr Infos/Anmeldung

Bewusstseinswandel in der Kleinkindpädagogik
Emmi Pikler-Grundkurs für pädagogische, psychologische, therapeutische und medizinische Fachleute für das Baby- und Kleinkindalter. 21 Weiterbildungstage ab Juni 2014
Wie entwickeln Kinder Eigeninitiative, Umsicht, Selbstvertrauen und Ausdauer? Was sind die Voraussetzungen, damit ein gesundes Selbstwertgefühl wachsen kann? Autonome Bewegungsentwicklung und freies Spiel, beziehungsvolle Pflege, soziales Lernen und Kinder untereinander, Die Rolle der Beobachtung, Sprache und Kommunikation, Grundlagenarbeit.
Mehr Infos/Anmeldung


Lesens- bedenkenswert

«Wir unternehmen mit den Schülern Einmaliges» (NZZ, 14.1.2014)
Interview mit Robert Thomas, Leiter der Koordinationsstelle der Rudolf-Steiner-Schulen der Schweiz ARGE-RSS
Die Anthroposophie vermittelt ein bestimmtes Weltbild, das den Menschen ins Zentrum stellt. Sie versucht zu differenzieren zwischen der materiellen und der spirituellen Seite der Welten- und Menschenentwicklung.
weiterlesen?

Vielfalt und Freiräume   (Bruno Vanoni, das Goetheanum 6./7.2.)
Bernhard Pulver, Regierungsrat des Kanton Bern war zu Gast bei den Steinerschulen. Ein Erziehungsdirektor der für pädagogische Vielfalt plädiert, die Lehrpersonen zum Nutzen ihrer Freiräume ermunterte, eine Schulentwicklung von unten fördern will und seine Sympathien für die Steinerschulen nicht verhehlt.
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«Wir haben die Unreife von Kindern in Krankheit verwandelt»  (Der Bund, 4.1.)
Der emeritierte Professor für Psychiatrie Allen Frances sagt, dass das neue Standardwerk der Psychiatrie zur Hyperinflation psychischer Krankheiten führt.
weiterlesen?

Und hier eine lesenswerte Sammlung von Beiträgen zur Frage, wann Kinder sinnvollerweise eingeschult, statt zu früh verschult werden:
Themenheft Schulreife - Schulreife und Übergang vom Kindergarten in die Schule . 22. – 24. Februar 2013, Goetheanum Dornach, Schweiz
Inhalt:
3 Die Früheinschulungskampagne im Kontext der Bildungsdebatte in Deutschland, Dr. Rainer Patzlaff.
12 Einschulungsalter und Gesundheitsentwicklung. Ein Forschungsprojekt des IPSUM Instituts Stuttgart, Martina Schmidt.
19 Schulreife, Edmond Schoorel.
32 Schulreife und Übergang vom Kindergarten in die Schule, Claudia McKeen.
38 Perspektiven der Menschenkunde zum Einschulungsalter, Claus-Peter Röh.
44 Die Entwicklung der Kreativität vom Kindergartenalter bis in das Schulalter, Geseke Lundgren.
48 Schulreife und frühe Schulzeit am Beispiel von Kinderzeichnungen, Barbara Ostheimer.
Link zum Heft

Gymnasium mit Stundenplan ohne Stundentakt
von Daniel Gerny, NZZ 30.12.2013
Statt im Stundenrhythmus lernen die Schüler eines Basler Gymnasiums in längeren Phasen. Der Frontalunterricht wurde zugunsten individuellen Lernens reduziert. Das entspreche den Anforderungen der Arbeitswelt besser.
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Newsletter 01/2014 der Stiftung für Kinder:
Liebe Freunde und Förderer der Stiftungsinitiative für Kinder,
„Früh übt sich wer ein Meister werden will“, hieß es bereits vor über 200 Jahren bei Friedrich Schiller. Heute schieben kleine Mädchen ihren Puppenwagen vor sich hin und ahmen die Mama auch nach, indem sie das Handy am Ohr haben und lustig dahin schwätzen...
Solche Szenen machen uns nachdenklich. So starten wir voller Elan und mit neuen Ideen ins Jahr 2014.
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Kindertagesstätte Lupine, Basel:
Für unsere Krippe suchen wir per August 2014 eine
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Allerlei

Eine Bitte in eigener Sache an alle, die uns Veranstaltungshinweise, Stelleninserate oder andere Infos für unsern Newsletter senden: Es ist für uns am einfachsten wenn ihr uns eure Beiträge möglichst vorbearbeitet zukommen lässt, so dass wir sie ohne grossen Aufwand publizieren können: Titel, einen kurzen Text, Dateien am liebsten als Link zu eurer Website oder als pdf's. Merci!

 

Herzlich,
Daniel Wirz und Christian Wirz



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